Wahlsichtungen

Der Tag begann mit einer Huldigung an den Gott des Offensichtlichen: ´Damit wird immer klarer, Corona wird ein Thema im Wahlkampf!´ Mit dieser bahnbrechenden Erkenntnis ist der Nachrichtensender NTV vors Volk getreten und hat damit zum ersten Mal das thematisiert, was dem klar denkenden Bürger schon seit Mitte letzten Jahres klar gewesen sein sollte: Corona und vor allem der im Umfeld getätigte blinde Aktionismus der Regierungsparteien diente nie einem anderen Ziel, als dem Machterhalt, sprich bei der Bundestagswahl im Herbst diesen Jahres als Gewinner vom Platz zu gehen. Dabei hat die CDU natürlich die besten Karten. Schließlich stellt sie mit dem Bundesgesundheitsminister den Hauptpaniker in der Pandemie und hat mit Corona-Heiland Markus Söder auch einen weiteren wichtigen Hauptdarsteller im Schmierentheater der blindwütigen Pandemiebekämpfung. Mit der Angst, die man in der Bevölkerung schüren konnte, hat man als Regierungspartei allen Volksparteien bis zu 7% abgenommen und ist von 23% im Dezember 2019 auf sagenhafte 37% aktuell emporgeschossen. Angenehmer Nebeneffekt: Man konnte die AfD ebenfalls um 5% auf derzeit 11% drücken, ohne sich auch nur ansatzweise mit den unbequemen Themen Ausländerkriminaliät und Migrationspolitik beschäftigen zu müssen. Es reichte, dass man eine rechte Verschwörung der Corona-Verweigerer kreierte und die AfD gleich mit in den Topf warf, in dem sie sich dann, dank ihrer nicht besonders intelligenten Basis, auch brav selbst vernichtete. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die AfD gegen die Meinungsphalanx aus Regierung, sämtlicher Oppositionsparteien und aller Medien nie eine wirkliche Chance gehabt hatte, als sie zu Beginn der ersten Welle, als einzige Partei in Deutschland, die überhöhte Bedrohung durch Corona anzweifelte (Anm.d.Red.: Ich habe schon damals betont, dass ich diese Meinung teile, auch wenn ich nie glücklich war, dass ausgerechnet eine rechte Partei, die einzige ist, die in Teilen meine Meinung vertritt. Siehe beispielsweise mein Blog vom 20.04.20, `Spaßgesellschaft´). Die SPD braucht sich eigentlich auch nicht zu beschweren, drohte sie noch 2019 in die einstellige Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Dank ihrer Mitgliedschaft im regierenden ´Bund zur Erhaltung von Corona bis zur Bundestagswahl´ hat sie natürlich ebenfalls eine starke mediale Präsenz, zumal auch wichtige staatliche Hilfen für die zerstörte deutsche Wirtschaft durch die Hände vom beliebten Sozi und Finanzminister Olaf Scholz laufen. Inzwischen kann sich die SPD immerhin wieder mit 18% drittstärkste Kraft im Lande schimpfen. Eine respektable Leistung, wenn man Karl Lauterbach in den eigenen Reihen hat. Jetzt gilt es für die Sozis zu punkten und deshalb hat man damit begonnen sich zu positionieren. Erste Amtshandlung: Den Koalitionspartner beim Thema Impfung angreifen. Das mag sich zunächst logisch anhören. Dabei sollte man aber nie vergessen, dass auch die SPD bisher alle einsamen Entscheidungen im Corona-Schattenparlament mitgetragen hatte und deshalb ein gerüttelt Maß an Verantwortung für den mehr als ruckelnden Start an der Impffront tragen dürfte.

Ganz gleich, welche Parteikonstellationen die nächste Regierung bilden werden, ein Thema dürfte derzeit beim Wahlkampf von allen (Anm.d.Red.: Vielleicht abgesehen von der AfD) komplett ausgeklammert werden: Die wahren und ungeschönten mittel- beziehungsweise langfristigen Folgen der desaströsen Corona-Politik. Hier wird man sich erst im Nachgang zur Bundestagswahl 2021 kümmern, und zwar sicher zunächst durch das ungezügelte Abrennen einesSchuldzuweisungsfeuerwerkes in Richtung des Teiles der aktuellen Regierungskoalition, der dann auf der Oppositionsbank platznehmen muss. Den Rest der katastrophalen wirtschaftlichen Lage wird man mit den Corona-Maßnahmen begründen, die leider alle alternativlos waren. Nicht ohne Grund hat man eindeutige Vorboten dieser Katastrophe geschickt abgemeldet. So wurde die Insolvenzmeldepflicht bis Ende des Jahres ausgesetzt und damit die Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft bis nach der Bundestagswahl verschoben. So oder so, für das Volk wir es ein unsanftes Erwachen mit Arbeitslosigkeit für die einen und Steuererhöhungen für die anderen geben. Der neuen Regierung kann es egal sein. Schließlich hat man dann wieder mindestens 4 Jahre gewonnen, um den deutschen Michel einzulullen und wer weiß, vielleicht bringt auch wieder eine chinesische Fledermaus den buckligen Verwandten Covid 23 bis 24 rechtzeitig nach Europa.

Ungeachtet der Tatsache, dass gerade große Teile der deutschen Wirtschaft irreversibel zerstört werden, hat die Bundesregierung zusammen mit den Ländern heute weitere sinnlose Verschärfungen beschlossen, die in ihrer grenzenlosen Dummheit inzwischen nicht mehr den Vergleich zu Trumps TOP10 der blödesten Aktionen zu scheuen brauchen. Highlight ist eine 15km lange Corona-Leine, die ab einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohnern gelten soll. Ernsthaft, wieviel Prozent der Bevölkerung haben sich in der jetzigen Situation in den letzten Monaten ohne driftigen Grund weiter als 15 km von der eigenen Wohnung entfernt, von Marathonläufern mal abgesehen? Das Saarland ist beinahe nicht groß genug, um diesen Radius voll auszureizen. Noch nicht einmal die Anstürme auf die Naherholungsgebiete vom Wochenende wird dieser Beschluss verhindern. Schließlich gilt er nur in Gebieten mit entsprechend hoher Inzidenz. Wie ist die praktische Umsetzung? Soll die Polizei auf dem Kahlen Asten zukünftig Ausweiskontrollen durchführen, dann auf der Karte 15 km abzuzirkeln, um in der Folge die Betreffenden zum Auto zu eskortieren, sollten sie sich außerhalb ihres privaten Hoheitsgebietes befinden? Klingt nicht nur komisch, ist es auch! Ich bin überzeugt, hier handelt es sich wie üblich um nutzloses Blendwerk. Der überwältigende Teil des coronalen Ungehorsams im privaten Bereich dürfte ohnehin, wie auch schon bisher, im nahen Umfeld stattfinden und alle anderen werden sicher eine triftige Begründung parat haben, sollte man sie irgendwo antreffen, wo sie eigentlich nicht hingehören. Die paar Deppen, die zu dumm dafür sind, sich vorher eine gute Entschuldigung parat gelegt zu haben, warum sie außerhalb des erlaubten Radius angetroffen wurden, haben sich das Bußgeld dann auch redlich verdient. Es ist nämlich davon auszugehen, dass sie auch sonst dank ihrer Beschränktheit wandelnde Infektions-Hotspots darstellen. Einen signifikanten Einfluss auf die Infektionszahlen werden diese paar Vollpfosten allerdings nicht haben.

 

Die Bundesregierung kann offenbar machen was sie will. Es reicht nach wie vor aus, dass die Medien eine überwältigende Zustimmung für eine Fortdauer des Lockdowns in der breiten Masse vorgaukeln und der deutsche Michel muckt nicht auf (Anm.d.Red.: Nur mal zur Erinnerung: Der ´Lockdown light´ wurde seinerzeit angeblich noch von über 90% der Bevölkerung getragen. Inzwischen reden die Nachrichtensender zwar immer in Superlativen, auch wenn die ´überwältigende Zustimmung´ inzwischen auf 65% geschrumpft ist). Wenn man berücksichtigt, dass nur etwa die Hälfte der Deutschen erwerbstätig ist, wundern mich solche Umfrageergebnisse kaum. Wo keine Arbeit ist, kann auch keine verloren gehen. Allerdings ist es ärgerlich, dass viele der bräsigen deutschen Arbeiter und Angestellten komplett schmerzfrei zu sein scheinen. Offenbar sitzen sie weiter unbeeindruckt und bräsig auf den immer fetter werden Ärschen, im lange noch nicht abbezahlten Zuhause bei Kurzarbeitergeld oder Homeoffice. Die Erkenntnis, dass es zu ernsthaften finanziellen Konsequenzen für sich und seine Familie kommen wird, wird leider erst wachsen, wenn es zu spät ist. Dann schlägt die Stunde der Pandemiegewinner, die sich sicher gerne bereit erklären, die entsprechenden Eigenheime aus der Zwangsversteigerung rauszukaufen. Armes Deutschland!