Einigkeit, Unrecht, Unfreiheit

Es ist mir ein Rätsel. Die Länder der EU sind sich normalerweise nie einig. Gut, wenn es um Normierung geht sind sie ganz groß. Nun mag sich dem Konsumenten noch erschließen, dass unter einer Länge von mindestens 14 Zentimetern und einer Dicke von mindestens 27 Millimetern in einem EU-zertifizierten Pornofilm nichts geht, wieso eine Banane unterhalb dieser Dimensionen nicht Eingang in den EU-Markt finden soll, stößt jedoch auf einiges Unverständnis. (Anm.d.Red.: So etwas sollte die Marktwirtschaft aus sich selbst heraus regeln können, denn auch die hässlichste Banane wird gekauft und gegessen, wenn sie billig genug ist. Wenn man Lebensmittel wegen optischer Mängel aussortiert, setzt das eine Kette der Verschwendung in Gang, an deren Ende die sinnlose Belegung von Ackerland und ein unnötig hoher Trinkwasserverbrauch stehen. Die sinnlos verblasenen Pestizide und Düngemitteln noch gar nicht eingerechnet. Da sollten sich Zopf-Greta und Gernegroß Neubauer von ´Freitags für Fukunft´ mal kümmern, statt naiv zu glauben sie könnten komplexe Fragen der Energieversorgung mit dem simplen Umlegen von Schaltern lösen). Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass besagte Banane auch unterhalb dieser Ausmaße, bei den Einkeimblättrigen trotzdem noch Gardemaß aller Dinge ist, vom durchschnittlichen Porree mal abgesehen. Das sollte als kleinen Ausflug in den flora-erotischen Sektor für heute reichen. Aber ich schweife schon wieder ab.

Abseits der Normierungen ist es aber Standard (Anm.d.Red.: War das jetzt ein Wortspiel?), dass mindestens einer der Mitgliedsstaaten ausschert, egal ob es um Geld-, Wirtschafts- und/oder Migrationspolitik geht. Da macht die Pandemie keine Ausnahme. Im Gegenteil, hier wurde die Europäische Uneinigkeit noch deutlicher. Die wenigen gemeinsamen Projekte, wie die Impfstoffbeschaffung ist mit Pauken und Trompeten verbockt worden und mit dem geeinten Europa und den offenen Grenzen war es ohnehin mit dem ersten Husten eines Corona-Patienten vorbei gewesen. Noch nicht einmal beim Thema Patentfreigaben für Impfstoffe, wie sie jüngst von der USA vorgeschlagen wurde, herrscht ansatzweise Einigkeit in Europa.

Sobald es aber um die Interpretation des Infektionsgeschehens geht, sind sich wie durch Zauberhand die Regierungsvertreter alle Mitgliedsstaaten sofort überraschend einig: Steigenden Zahlen sind die Schuld der eigenen Bevölkerung, beziehungsweise, seit der zweiten Welle auch gerne mal das ruchlose Treiben der ein oder anderen Mutante, während sinkende Zahlen ausschließlich das Verdienst der entsprechend erlassenen Einschränkungen wären und entsprechend an die stolz geschwellte Regierungsbrust zu heften sind.

Ein vollkommener Schwachsinn, besonders wenn man sich ansieht, dass die Maßnahmen, die zu Beginn der Infektionswellen (Anm.d.Red.: Ob es jetzt drei Wellen waren oder wie ich es sehe nur zwei, ist dabei unerheblich) in den einzelnen Ländern Europas erlassen und immer wieder nachgeschärft wurden, zwar unterschiedlicher nicht sein konnten, auf das Infektionsgeschehen aber alle samt nur einen marginalen Einfluss hatten.

Nun da sich mit einem geringen zeitlicher Versatz das Ende der normalen Corona-Saison in Europa unausweichlich nähert, besteht plötzlich wieder eine selten erlebte Einigkeit. Alle Regierungen propagieren, sie hätten ihr Land gerettet und könnten nun allerorten lockern. Sogar Markus Söder, als Pseudoherrscher im Bazi-Freistaat hat für diese Selbstbeweihräucherung in seiner letzten Pressekonferenz sogar mal auf das übliche ruinöse Herumkritteln an Armin Laschet und den Umfragewerten der CDU/CSU verzichtet (Anm.d.Red.: Nur noch mal zur Erinnerung. Im Rennen um die höchsten Infektionszahlen bei gleichzeitig rigidesten Corona-Einschränkungen hatte Söder, als Anführer des unsäglichen ´Team Vorsicht´, zu fast allen Zeiten die Nase ganz vorn).

Hätte man im Dezember 2020 einmalig ein Hygienekonzept festgelegt mit offenen Geschäften und Kneipen, aber einem fixen Endtermin der Maßnahmen bis zum 01. Juni, ist davon auszugehen, dass der Infektionsverlauf derselbe gewesen wäre. Statt seit Monaten heiße Luft beim Maßregeln zu produzieren, wären die Kapazitäten der Verantwortlichen gerade hierzulande bei der korrekten Planung der Impfstrategie besser aufgehoben gewesen. Ich bin überzeugt, ganz Europa wäre sicher besser gefahren und hätte deutlich früher eine stabile Herdenimmunität erreicht. Leider kann ich es nicht beweisen, wohingegen die Regierungen der Welt es noch nicht einmal müssen, zumal die Medien als Kontrollorgan seit Beginn der Pandemie versagt haben.

 

So ging es, wie immer in der Politik, auch dieses Mal nicht um sinnvolles Handeln, sondern lediglich um Macht und Geld. Hier sind sich alle Regierungen Europas dann aber wieder komplett einig.