Greek Style

Gesungenes Burnout. Treffender lassen sich die landestypischen griechischen Volkslieder nicht charakterisieren. Ich bin sicher jedes Mal, wenn sich ein Grieche irgendwo im Land den Strick nimmt, sind diese Lieder der Soundtrack seines Suizids.

 

Allerdings bin ich auch sicher, dass sich hier niemand wegen Corona erhängen wird, denn im Privatleben des Griechen existiert Corona nicht mehr. Zumindest muss jeder Beobachter diesen Eindruck bekommen, wenn er das Gewimmel in der Fußgängerzone am Hafen des kleinen griechischen Städtchens auf sich wirken lässt. Wir sitzen in einer hervorragenden Taverne und lauschen dem Gejammer eines griechischen Barden, der zu Gitarrenklängen offensichtlich Mühlstein-große Probleme besingt, während um uns herum, außer bei den Kellnern keine Masken mehr zu sehen sind (Anm.d.Red.: Ausschließlich leichte OP-Masken, die aber auch meist auf halb acht hängen, um sie schnell hochziehen zu können, für den Fall, dass die örtliche Polizei vorbeikommt, um ein paar Euro extra zu verdienen. Erzählt zumindest der Restaurantbesitzer. Man kann ihm am Gesicht ansehen, dass es, wie in Griechenland nicht unüblich, dann wahrscheinlich in die eigene Uniformtasche geht). Obwohl offiziell 150 € für Maskenverstöße in Innenräumen und auf dem Weg zum Tisch oder Toilette aufgerufen werden, scheint die Polizei die in- und ausländischen Touristen bewusst in Ruhe zu lassen, um keine schlechte Stimmung zu erzeugen.

 

Unglaublicherweise besagt das Gesetz, dass diese 150 € Strafe auch theoretisch erhoben werden kann, wenn man im Hafengebiet keine Maske trägt. Allerdings wird diese Regel nicht durchgesetzt. Ich denke die griechischen Behörden tun auch gut daran, hier nicht einzugreifen, denn zur Sinnlosigkeit von Masken unter freiem Himmel ist alles gesagt und sogar der größte Coronatiker weltweit hat es, dank unzähliger Studienergebnisse inzwischen aufgegeben von der coronalen Gefahr unter freiem Himmel zu fabulieren.

Während die Behörden an Land von der Durchsetzung dieser schwachsinnigen Regel absehen, bringt die Wasserpolizei offensichtlich bisweilen einige kleinere Segelboote mit Tagestouristen bei der Ein- oder Ausfahrt aus dem Hafen auf. Besonders lächerlich auf dem hervorragend durchlüfteten Aussendeck eines Bootes, aber durchaus verständlich. Schließlich müssen sich diese armen Beamten zu Wasser auch etwas dazuverdienen können. Dazu aber morgen mehr, wenn es auch für uns auf eines dieser Segelyachten geht. Bis dahin Kalinychta.